Bevölkerung & Religion

Die Menschen der Anden sind ein sehr freundliches, allerdings auch überaus patriotisches Volk. Ihre Nationalität geht Ihnen über alles und der Großteil ist stolz Peruaner zu sein. Im Mittelpunkt des Lebens steht die Familie, meist aus der Situation heraus, dass man sich gegenseitig unterstützt. Denn die Kluft zwischen Arm und Reich ist immens. Eine wirkliche Mittelschicht gibt es nicht. Jedes Familienmitglied muss seinen ökonomisch-sozialen Anteil in die Gemeinschaft mit einbringen, eine andere Möglichkeit der extremen Armut entgegen zu wirken, gibt es nicht.


Indigene Peruaner

Vor allem die indigenen Völker leben hart am Rand der Armutsgrenze, während die Nachfahren der Spanier ganz oben auf der sozialen Skala zu finden sind. Sie bilden die peruanische Elite aus Großgrundbesitzern im Hochland und den reichen Unternehmen an der Küste. Die Indigenas hingegen leben im Amazonasbecken, in abgelegenen Bergdörfern und der Sierra. Immer noch praktizieren sie ihre alten Bräuche, tragen die traditionelle bis keine Kleidung und sprechen die Sprachen ihrer Vorfahren – Quechua, am Titicacasee auch Aymara und viele weitere Ausprägung innerhalb der verschiedensten ethnischen Gruppen im Urwald. Die Asháninka, Aguaruna und Shipibo-Conibo haben eine starke schamanistische Tradition. Ihre leidvolle Geschichte ist vom Kampf gegen die Kolonisten, Skalverei und den Guerillas des Sendero Luminoso geprägt. Die Quechua, Aymara und Q’eros leben in den Anden.


Diskriminierung in den Zentren

Im drittgrößten Land Südamerikas leben etwa 28 Millionen Menschen, knapp 50% davon haben sich in den Megametropolen wie der Hauptstadt Lima angesiedelt. Die hier herrschende kulturelle Vielfalt aus Indigenas, Einwandererfamilien und Peruanern lässt das Thema Diskriminierung mehr und mehr den Alltag bestimmen. Nicht-Weiße oder auch Angehörige bestimmter ethnischer Gruppen wird der Zutritt in bestimmte Einrichtungen, Stadtviertel, Clubs und Bars verweigert. Hingegen würde nie ein Mitglied der privilegierten Bevölkerung in eines der Elendsviertel, die beschönigend Pueblos jovenes genannt werden, eintreten, wo es stets an Wasser sowie Energie fehlt. Trotz der extrem angespannten Situation zwischen den sozialen Schichten nehmen die Zuwanderungsströme enorm zu, so dass Smog, Verkehr, Umweltprobleme und Einwohnerzahl vermutlich weiterhin anschwellen werden. Bezeichnungen wie negro (schwarz), gringo (weiß), chino (asiatisch) und cholo ( indianisch) werden positiv wie negativ gebraucht.


Andinischer Katholizismus

Seit 1973 existiert völlige Religionsfreiheit in Peru. Die Trennung von Kirche und Staat wurde 1980 in die Verfassung aufgenommen sowie der Religionsunterricht abgeschafft. Trotzdem gehören etwa 93 % der peruanischen Bevölkerung dem römisch-katholischen Glauben an, wobei das Christentum vielfach mit traditionellen Glaubensvorstellungen und kultischen Bräuchen vermischt wird. Die katholischen Heiligen haben meist eine Doppelbedeutung. Die kirchlichen Feste sind vielerorts mit alten Ritualen und Opfern durchsetzt. Zu Beginn der Missionierung wurden Kirchen häufig auf alten Inka-Ruinen erbaut. Trotz der enormen Bevölkerungszunahme Lateinamerikas von 2,6 % jährlich wird eine Geburtenkontrolle energisch abgelehnt, da die Kirche bisher jegliche Form der Empfängnisverhütung unausgesprochen lässt.



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