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Das Fest Inti Raymi bei Sacsayhuaman

Inti Raymi – Das Fest zu Ehren des Sonnengottes

Wenn die Sonne der Erde am nächsten steht, dann wird das Fest der Sonnenwende gefeiert. Dieser Zeitpunkt symbolisierte für die Inka die Verbindung zwischen Mensch und dem Sonnengott Inti, zu Ehren dessen das Fest Inti Raymi auch heute noch ausgerichtet wird. Da der Zeitpunkt der Sonnenwende auch mit der Erntezeit zusammenfiel, dankten die Inka den Göttern mit Opfergaben für die Ernteerträge.

Das Symbol für „Inti“ ist eine große Sonne mit einem menschlichen Gesicht. Die Inka wurden als Kinder der Sonne, also als direkte Nachkommen des Sonnengottes Inti gesehen. So rechtfertigten sie u.a. ihren Anspruch über andere Völker zu herrschen und ihren Glauben zu verbreiten. Der Inka wurde als Gottheit verehrt, dem eigens Tempel errichtet wurden, wie z.B. Coricancha in Cusco, der bedeutendste Tempel des Inka-Reichs. Der sogenannte Sonnentempel war vollkommen mit Gold und Silber verkleidet, den Farben von Inti und seiner Frau Mamaquilla, der Göttin des Mondes.

Coricancha war das religiöse Zentrum der Inka und natürlich Veranstaltungsort des Inti Raymi. Zu Beginn der Festlichkeiten wurde in den Räumen Coricanchas eine große, goldene Scheibe mit dem Sonnensymbol aufgestellt.

Zu beiden Seiten der Darstellung Intis standen zwei Löwenstatuen, deren Gesichter zur Sonne gerichtet waren. Der Inka kniete – festlich gekleidet – mit dem Gesicht zur Sonne gerichtet, um zu beten und dem Sonnengott seine Opfer darzubringen. Vertreter des ganzen Inka-Reiches, die aus allen vier Teilen des Tahantinsuyu, des Reiches der vier Himmelsrichtungen, angereist waren, dankten Inti und brachten ihm Opfergaben.

Der Höhepunkt des Festes war das Entfachen des „Neuen Feuers“. Der Inka befahl, alle brennenden Feuer in Cusco zu löschen. War dies geschehen, wurde durch die Reflektion von Sonnenlicht auf einen goldenen Spiegel ein neues Feuer entfacht, mit welchem Fackeln aus Lamawolle entzündet wurden. Das vorab gelöschte Feuer konnte so, in allen Teilen Cuscos, wieder entfacht werden. Diese symbolische Handlung sollte einmal mehr die Bedeutung und Macht der Sonne und ihres Gottes sichtbar machen. Das letzte Inti Raymi in dieser Form fand im Jahr 1535 statt, danach wurde es von den spanischen Eroberern unterbunden.

Erst seit 1942 wird das Inti Raymi wieder zelebriert. Am 24. Juni, dem Tag der Bauern, werden Bräuche und Zeremonien, die über Jahrhunderte hinweg hauptsächlich mündlich überliefert wurden, wiederbelebt. Der heutige Festort ist allerdings nicht mehr der Hauptplatz in Cusco, denn der Sonnentempel wurde durch die Spanier weitestgehend zerstört, ein Erdbeben 1650 tat sein Übriges.

Die Feierlichkeiten beginnen mit einer Prozession vom Hauptplatz Cuscos. Die Darsteller des Inka und seiner Frau werden auf Sänften zur Ruinenanlage von Sacsayhuaman (30 – 45 Minuten Fußmarsch) getragen. Sowohl am Hauptplatz, als auch in der Ruinenanlage finden den ganzen Tag über zeitgenössische Inszenierungen alter Traditionen und Bräuche statt. Überall herrscht ausgelassene, fröhliche Stimmung. Neben den farbenprächtigen Aufführungen wird hier bei Chicha und Musik gefeiert. Eine bunte Reise in die Vergangenheit, die bei Einheimischen und Reisenden gleichermaßen beliebt ist.

Besuchen Sie Cusco zum Inti Raymi und feiern Sie mit!