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Bildung und Wirtschaft in Peru

Viele junge Peruaner sind der Überzeugung eine bessere Bildung im Ausland, vornehmlich in Europa, zu erhalten. Daher verläst der Großteil der zwischen 15- und 29-jährigen alljährlich ihr Land. Statistisch belegt ist, dass gut ein Drittel der über 15-jährigen Analphabeten sind, trotz Schulpflicht und einem kostenlosen Bildungssystem. Doch gerade in den ländlichen Gebieten fehlt es oft an Lehrmaterialien, motivierten Lehrkräften, geeigneten Einrichtungen oder der Möglichkeit, dass die Kinder überhaupt den Abschluss machen können.

Ein Problem hier ist der hohe Anteil an Kinderarbeit. Circa 25 % brechen die Schule ab, um die Familien mit zu ernähren. Die teils sehr guten und qualitativ hochwertigen Privatschulen können sich nur wenige leisten. Das staatliche Bildungssystem Perus gliedert sich grob in drei Ebenen. In den Städten wie Lima besuchen Jugendliche immerhin die Sekundarstufe bevor sie in den Arbeitsmarkt eintreten oder sich eventuell doch für ein weiterführende Ausbildung entschließen.

Ökotourismus – Perus neuer Wirtschaftszweig

Als mächtiger Wirtschaftsfaktor entwickelt sich der Tourismus in Peru. Derzeit ist er der drittgrößte Devisenbringer. Bis zu 4 Mill. Besucher werden aktuell im Jahresdurchschnitt erwartet. Dabei liegt der Ökotourismus im Trend ganz vorn. Mit der Erschließung der Nordregion und dem Dauerbrenner Machu Picchu wird die Entwicklung zukünftig noch weiter nach oben gehen. Eigens dafür wurde auch die Tourismus- und Marketingbehörde PromPerú gegründet die sich mit der Vermarktung des Landes auseinandersetzt.

Perus „Schattenwirtschaft“ auf dem Lande

Mit einer guten Bildung verbessern sich auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings kommen immer weniger gut ausgebildete Fachkräfte nach ihren Lehrjahren in die Heimat zurück. Der Großteil der beschäftigten Bevölkerung lebt auf Grund der sozialen Struktur auf dem Land und arbeitet in der Landwirtschaft.

Gut ein Drittel der Bauern erwirtschaften gerade mal 5 % des Bruttoinlandproduktes (BIP). Angebaut wird hauptsächlich Baumwolle, Mais, Zuckerrohr, Kaffee, Getreide und Kartoffeln. Nicht zu vergessen sei die Pflanze des Kokastrauchs, die auf großen Plantagen völlig legal angebaut wird. Allerdings fließen ungefähr 85 % der Ernte in die illegale Produktion und wird weniger für die Herstellung des Mate de Coca genutzt. Doch wegen der anhaltenden Landflucht in die Großstädte und mangelhafter ländliche Infrastruktur gerät die Landwirtschaft und damit die Versorgung der Bevölkerung immer mehr ins Hintertreffen.

 Traditionelles Gewerbe – Bergbau, Fischerei und Erdöl

Die Industrie konzentriert sich um Perus wichtigste Küstenstädte Lima, Chimbote, Chiclayo und Trujillo. Mehr als die Hälfte der Exporteinkünfte stammt aus dem Bergbau. Peru ist fünfgrößter Goldlieferant und zweitgrößter Kupferproduzent der Erde, aber auch Zink, Silber, Blei, Wolfram und Antimon werden abgebaut. Ein weiterer bedeutender Wirtschaftszweig ist der Fischfang, denn das Meer bietet durch den kalten Humboldtstrom eine Fülle an fischreichen Nahrungsmitteln.

Trotzdem mangelt es dem Großteil der Menschen am lebenswichtigen Eiweiß, denn zuviel Fisch geht ins Ausland. Regelmäßige Umsatzeinbrüche hingegen werden durch das el nino-Klimaphänomen oder die zunehmende Überfischung des Pazifiks verursacht. Zudem versucht sich Peru seit 1977 in der Förderung von Erdöl, um eigene Energieressourcen zu erschließen. Erste Funde gab es im Gebiet des Rio Tigre im Norden des Landes oder im Departamento Ucayali.