Titicacasee – Schilfkultur am zauberhaften Andenmeer

Der Titicacasee ist nicht nur der berühmteste See Perus, er ist auch der höchste schiffbare See der Welt. Wer oben in den südöstlichen Anden auf dem Altiplano ankommt, entdeckt alle Arten verschiedener Boote, die übers Wasser schippern. Am meisten aufs Fotomotiv haben es allerdings die kleinen Totora-Schilfboote geschafft.

Schilfboot auf dem Titicacasee

Er ist ein  See der Superlative, denn er misst im Durchschnitt eine Länge von 194 km, hat an der breitesten Stelle eine Ausdehnung von 80 km und ist damit dreimal so groß die das Saarland. Im See selbst liegen viele Inseln, deren Bewohner traditionell vom Ackerbau, der Fischerei und Weberei leben. Seit frühester Zeit kultivieren die Insulaner hier Kartoffeln und Quinoa auf terrassierten Feldern, deren Verkaufserlöse der Gemeinde zugute kommen. Auch ist das Vermieten privater Gästezimmer (meist ohne Strom) für diese Region typisch, denn Hotels existieren nicht.

Aber nicht nur Getreide und Kartoffeln machen die Landschaft so fruchtbar, auch der Artenreichtum an Tieren wird durch den See bedingt. Das Naturschutzgebiet Titcacasee beherbergt 14 endemische Tier- und Fischarten, die nur dort vorkommen, da sie sich an die schwierigen Lebensumstände in der Höhe von  3.810 Metern angepasst haben. So etwa Flamingos, der Titicaca Riesenfrosch oder ein flugunfähiger entenähnlicher Vogel namens Rollianda Microptera.

Touren und Tourismus am Titcacasee

Schilfinseln der Uros auf dem Titicacasee

Mit den Schilfbooten unternehmen viele Reisende Touren zu den Inseln mit klangvollem Namen wie Islas Taquile, Amantani, Suasi und Anapia. Die berühmte Sonneninsel, Isla del Sol, liegt allerdings im bolivischen Teil des Sees. Sie gilt übrigens in der Inka-Mythologie als Geburtsstätte ihrer Zivilisation . Der Überlieferung zufolge finden sich auf dieser Insel zwei große Fußabdrücke der Sonne als sie ihre Kinder hier ausgesetzt hatte: Manco Capac, der Sohn der Sonne und seine Schwester Mama Ocllo, die Tocher des Mondes.

Titicacasee: Uros-Inseln & Insel Taquile

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Blick auf den Titicacasee von Taquile

Die Kultur am Titicacasee erlebt man am besten auf den künstlich angelegten Inseln aus Schilf, den Islas Uros (Inseln der Fischer). Knapp 50 davon schwimmen im See und ihre Hütten bilden die Wohngrundlage für die Titicacasee-Bewohner, die sich von der Fischerei ernähren. Es werden vom Hafen in Puno aus Ausflüge mit Motor- oder Segelbooten zu den Eilands angeboten, wo man antike Steinbauwerke und Gemäuer sowie traditionelle Handarbeit und Terrassenbewirtschaftung bewundern kann. Bei den Taquileños, den Ureinwohnern der Insel Taquile, stricken Männer und weben und spinnen Frauen.

Schilfboot der Uros am Titicacasee

Zu Feierlichkeiten oder am Markttag machen sich die Bewohner der Inseln auf nach Puno, Perus Folklorezentrum und Schmelztiegel andin-kolonialer Volkskunst. Das 18-tägige Fest zu Ehren der Mamita Candelaria am 8. Dezember ist eines der bedeutensten Ereignisse im Jahreszyklus. Weitere Fiestas Folklórikas am Titicacasee finden das Jahr über statt und dessen genaue Daten erfährt man am einfachsten in den Reisebüros in Puno.

Beste Reisezeit am Titicacasee

Am besten bereist man den Titicacasee während der Trockenperiode von März bis Novemer, speziell Anfang und Ende der Trockenzeit. Dann scheint  die Sonne und der Niederschlag bleibt gering. In der Regenzeit von Dezember bis Februar beherrscht das regnerische Wetter den Titicacasee und eine schöne, wolkenverhangene Sicht auf den See und sein grandioses Panorama ist eingeschränkt.